Ich Bin



O komm und geh. Du, fast noch Kind, ergänze für einen Augenblick die Tanzfigur zum reinem Sternbild eines jener Tänze, darin wir die dumpf ordnende Natur vergänglich übertreffen. 
Denn sie regte sich völlig hörend nur, da Orpheus sang. 

Du warst noch die von damals her Bewegte und leicht befremdet, wenn ein Baum sich lang besann, mit dir nach dem Gehör zu gehen.

Du wußtest noch die Stelle, wo die Leier sich tönend hob –; die unerhörte Mitte. Für sie versuchtest du die schönen Schritte und hofftest, einmal zu der heilen Feier des Freundes Gang und Antlitz hinzudrehn.

Stiller Freund der vielen Fernen, fühle, wie dein Atem noch den Raum vermehrt. Im Gebälk der finsteren Glockenstühle laß dich läuten. 

Das, was an dir zehrt, wird ein Starkes über dieser Nahrung.
Geh in der Verwandlung aus und ein. 

Was ist deine leidendste Erfahrung? Ist dir Trinken bitter, werde Wein.

Sei in dieser Nacht aus Übermaß
Zauberkraft am Kreuzweg Deiner Sinne,
ihrer seltsamen Begegnung Sinn.

Und wenn dich das Irdische vergaß,
zu der stillen Erde sag: 
Ich rinne.
Zu dem raschen Wasser sprich: 
Ich bin.



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